Woody Allen: A Documentary

inmuc Film 9. Jun 12

Woody Allen: A Documentary

Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, irgendwie versagt zu haben.

Über Woody Allen kann man denken, was man will: keiner wird jedoch bestreiten, dass er zu den ganz Großen des amerikanischen Kinos gehört. Ein Geschichtenerzähler, der sich immer wieder neu erfindet, ständig die Drehorte und Erzählstränge wechselt und dabei doch immer wieder um die gleichen Themen kreist: Einsamkeit, Liebe, Existenzängste, Tod. Zugleich ist der 1935 in Brooklyn geborene, mit seiner jüdischen Abstammung kokett witzelnde Regisseur heute zu einem Mythos erstarrt, kulthaft verehrt – ein Umstand, der es schwierig macht, hinter die Fassade des selbsternannten Stadtneurotikers zu blicken.

Für die Woody Allen: A Documentary, hat der Filmemacher Robert B. Weide sein Untersuchungsobjekt Woody Allen zwei Jahre lang begleitet. Laut kino-zeit.de stellt das Porträt ein interessantes, erhellendes Zeitdokument dar, das eine Art Rückschau auf 40 Jahre einmaliger Filmgeschichte leistet.

Am 5. Juli kommt der Dokumentarfilm in die Münchner Kinos. Dann darf der Zuschauer erfahren, wie ein Filmemacher wie Allen seine Arbeit organisiert. Erst einmal, und dafür ist Woody Allen wirklich zu beneiden, kennt er das Phänomen der Schreibblockade nicht. Diese Unverkrampftheit im Schreiben erlaubt ihm das rasante Produzieren von neuen Filmen.

In den Einzelgesprächen mit Woody Allen und seinen Darstellern (Diane Keaton kommt ebenso zu Wort wie Scarlett Johansson und Mariel Hemingway), die gespickt sind mit kleinen Fragmenten seiner berühmten und weniger berühmten Filme, erfährt man, was hinter dieser unvergleichlichen Produktionswut steckt: Allen habe einen pragmatischen Zugang zum Filmemachen, verrät seine Schwester. Ihm fehle die Geduld, er sei viel zu nervös und energetisch. Jede Einstellung muss schnell im Kasten sein, dafür dürfen die Darsteller – sozusagen im Austausch – improvisieren. Das ist der Deal. Woody Allen gibt unumwunden preis, dass ohnehin das Casting über die Qualität eines Filmes entscheidet. Stimmt die Auswahl der Schauspieler, stimmt auch der Film. Meistens jedenfalls.

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